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Frage: Wie kann mich Med­i­ta­tion belast­bar­er machen?

Lama Tilmann: Med­i­ta­tion plus ange­wandtes Gewahr­sein, Acht­samkeit in allen Sit­u­a­tio­nen des All­t­ags, das gehört zusam­men. Belast­bar­er macht mich Med­i­ta­tion, wenn ich dort hinge­he mit mein­er Prax­is, wo es schwierig wird. Die eigentliche Arbeit ist die Auflö­sung emo­tionaler und kog­ni­tiv­er Schleier. Immer da, wo es nicht gut­ge­ht in Kör­p­er oder Geist, wo es eng ist, wo Fix­ierun­gen sind oder Dumpfheit, da mit dem Gewahr­sein hinge­hen und ver­weilen. Z.B. bei Groll oder Angst dort die Aufmerk­samkeit hin­lenken. Dieses Unan­genehme solange spüren, als würde ich ein Bon­bon auf der Zunge zerge­hen lassen. Spüren und durch­schauen, bis sich eine Lösung ein­stellt, bis Star­res flüs­siger wird, neues Erleben auf­taucht, gute Gedanken wiederkommen.

Med­i­ta­tion macht freier durch Hine­in­find­en ins fließende Gewahr­sein, Sin­nesempfind­un­gen und geistige Erschei­n­un­gen fühlen, erken­nen als wan­del­bar, ohne Sub­stanz, nicht fassbar.

Kog­ni­tive Muster: Unsere inneren Annah­men, Stand­punk­te, Sichtweisen, wo wir denken, so ist es wirk­lich, ich existiere, die Welt existiert getren­nt von mir, so wie ich es sehe, soll­ten es auch die anderen sehen. Das sind verkehrte Annah­men über die Wirk­lichkeit. Die auflösen bis hin zu sub­tilen Bere­ichen, bis der Glaube an ein konkret existieren­des Ich oder Erwachen sich auflöst.
Leben ohne Ich-Stand­punkt ist wirk­lich­es Erwachen.

LehrerIn: Lama Lhun­drup
Sprache: Deutsch
Jahr: 2014
Typ: Video
Ort: Freiburg
Länge: 0:07:37